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  • k-ringlstetter

Vom Tonmodell zum Abguss

Eine Woche Aktmodellieren



Ganz am Anfang steht es an, ein Gerüst zu bauen. In der Theorie ist dieser Arbeitsschritt schnell gemacht, doch die Praxis bietet so manche Hürden. Und Genauigkeit zahlt sich hier aus. Also messen, biegen, überprüfen und das ganze so oft, bis man keine Geduld mehr hat.



Anfangen, Tonklümpchen an das Gerüst aufzutragen. Sich daran erinnern, bewusst und gleichmäßig Masse aufzubauen. Das Material in den Händen spüren; aber nicht zu lang, denn sonst trocknet der Ton aus.



Die Plastik nimmt Form an, muss ständig synchron zum Aktmodell gedreht werden. Konturen überprüfen, Maße abnehmen und umrechnen.



Die Formen mit Modellierhölzern konkretisieren, die Oberfläche nicht zu stark verdichten, da sonst Korrekturen erschwert sind. Und irgendwann den Zeitpunkt erkennen, wann die Plastik fertig ist.


So in der Art bin ich vorgegangen, als ich mich mit ehemaligen Schulkolleg*innen aus Berchtesgaden getroffen hab, um eine Woche miteinander zu verbringen und zu arbeiten. Neben viel Austausch entstand bei mir diese handwerklich orientierte Tonplastik, die ich dann mit großer Vorsicht bis zu meiner Werkstatt transportiert hab.

Dort habe ich zwecks Haltbarkeit das Tonmodell in Gips abgeformt. Wie das genau funktioniert, folgt jetzt:



An der Figur werden Trennwände aus Ton angebracht, die die Grenzen der ersten Form sind. Es muss gut überlegt werden, wo die Trennungen der Form laufen, sodass sich die Negativschalen später auseinanderziehen lassen.



Dann wird der Gips aufgetragen. Die erste Schicht dünn und flüssig, sodass sie die Oberfläche möglichst genau abformt. Die restlichen Schichten zusammen mit Armierung, sodass die Form stabil wird.



Hier, einige Schritte später (für Fotos war die Abbindezeit des Gips zu kurz) ist von dem Tonmodell nur noch die Hülle übrig. In diese Form wird ein rostfreies Stahlgerüst gebogen, das später die Stabilität der Gipsfigur garantiert.



Die Negativform wird mit härterem Gips ausgegossen und dann wird abgewartet, bis dieser ausgehärtet ist. Jetzt kommt der spannendste Teil dieser Prozedur: Das Abschlagen der Gipshülle. Im Optimalfall kommt jetzt die ehemals aus Ton modellierte Figur in Gips zum Vorschein.



Alles gut gegangen! Es folgt das vorsichtige Entfernen der Tonüberreste und die Retusche der Nähte und Gussfehler.





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